Seit September 2020 sind Naturwerker-Gruppen bei fast jedem Wetter draußen unterwegs, um sinnvolle und sinnstiftende „Hands-on-Projekte“, also praktische Arbeitseinsätze für lokalen Naturschutz/Umweltschutz/Artenschutz/Klimaschutz umzusetzen.

Das wöchentliche Gruppenangebot hat sich als festes Angebot der Kinder- und Jugendsozialarbeit (Schulsozialarbeit) etabliert. Über die Jahre haben sich bisher 60 Jugendliche der Jahrgangsstufe 7 mindestens ein Schulhalbjahr, manche sogar das ganze Schuljahr engagiert. Organisiert und begleitet wird das Angebot von Schulsozialarbeiter Thomas Haug, der dabei intensiv mit verschiedenen außerschulischen Expert*innen (z.B. Förster, Stadtgärtnerei, NABU Lörrach) kooperiert. Teilweise wird die Gruppe von Praktikant*innen begleitet.

Die aktuelle Gruppe hat in diesem Schuljahr bereits folgende Aktionen erfolgreich durchführen können:

  • Ausreißen von Japanischem Staudenknöterich und anderen Neophyten (Indisches Springkraut und Kanadische Goldrute) entlang der Wiese. So haben andere für Insekten und Vögel wichtige Blühpflanzen, Wildkräuter und Sträucher wieder mehr Platz und Licht. Nebenbei wurde gefundener Müll entsorgt.
  • Pflege historischer Trockenmauern im Entegast durch Freischneiden, Freilegen und Fugen freikratzen. Dadurch wird dieser wichtige Lebensraum für Reptilien, Amphibien und Insekten aufgewertet, weil durch offene Fugen mehr Unterschlupfmöglichkeiten entstehen und die Steine durch weniger Beschattung besser von der Sonne aufgewärmt werden können.
  • Kopfweiden schneiden auf dem Freibadgelände. Die abgeschnittenen Weidenruten wurden vom Plant-for-the-Planet Club Wiesental e.V. zum Körbeflechten und zum Weiterbau eines Weidenbauwerks am Begegnungsbahnhof Hasel verwendet.
  • Kontrollieren, Reinigen und teilweise Reparieren von 14 Höhlenbrüter-Vogelnistkästen am Langenfirstweg und im Hinteren Kirchrain-Wald
  • Bau von 9 weiteren Höhlenbrüter-Vogelnistkästen (Bausätze finanziert durch den NABU Lörrach)
  • Anbringen der neuen und reparierten Höhlenbrüter-Vogelnistkästen im Sengelen-Wald, auf dem Freibad-Gelände und im Hinteren Kirchrain-Wald
  • Aufschichten von Ast- und Totholzhaufen im Hinteren Kirchrain-Wald. Diese bieten Unterschlupf für Igel, Mauswiesel, Reptilien, Amphibien, Käfer und andere Insekten.
  • Abbauen und Entsorgen von nicht mehr benötigten Verbiss- und Fegeschutzhüllen von Aufforstungen auf dem Dinkelberg. Dadurch wurde ein aktiver Beitrag zu weniger Kunststoffmüll und damit auch weniger Mikroplastik im Wald geleistet.
  • Pflege einer Waldrand-Magerwiese auf dem Dinkelberg durch die Entfernung von Mahdhaufen (Gras und Stauden). So können auch weiterhin über zehn verschiedene und seltene Orchideenarten dort gedeihen.

Die „Ideenschublade“ ist nach wie vor gefüllt und einige Projekte müssen auch regelmäßig wiederholt bzw. gepflegt werden. Die Arbeit wird auch zukünftigen Naturwerker-Gruppen nicht ausgehen.

So unterschiedlich die Jugendlichen sind, so verbindend ist ihr gemeinsamer körperlicher Einsatz für ökologische Projekte, wodurch auch ihre Naturverbindung gefördert wird. Die teilnehmenden Jugendlichen machen wöchentlich über Monate die Erfahrung, dass es nicht wirkungslos bleibt, wenn sie Verantwortung übernehmen und sich einsetzen. Sie erleben, dass sie gemeinsam etwas Sinnvolles bewirken können und erfahren auf diese Weise auch ihre eigene Selbstwirksamkeit, sowie gesellschaftliche Wertschätzung und Anerkennung – ganz anders als in vielen ihrer Alltagserfahrungen. Dadurch, dass die Jugendlichen gemeinsam etwas bewegen, bewegen sie sich selbst – äußerlich und innerlich. Sehr bewegend, das gemeinsam zu erleben!